Die fünfzehn Wahrheiten des Stephen Schettini

      1. Stephen Schettini lebte acht Jahre lang als buddhistischer Mönch in Indien und Sri Lanka, bis er die Robe ablegte. Er lebt nun als Laie in Kanada und betreibt den vielbesuchten Blog

http://www.thenakedmonk.com/

    1. Dessen Name stammt, wie er sagt, daher, dass er sich bei der Rückkehr ins Leben eines Laien ohne die Stütze der 2600 Jahre alten Institution nackt gefühlt habe.

SchettiniEr ist seit Jahrzehnten mit Stephen Batchelor befreundet, ein Gespräch der beiden findet sich auf Schettinis Blog. Auf dessen erster Seite habe ich diese 15 Wahrheiten gefunden, die hier, mit Schettinis Zustimmung von mir ins Deutsche übersetzt, folgen:

  1. Die Dinge in Frage zu stellen, an die du am ernsthaftesten glaubst, führt zu Frieden.
  2. Wahre Einsicht entsteht aus persönlicher Erfahrung, nicht aus Sprache, Schriften, Philosophie oder höherer Autorität.
  3. Das lohnendste Ziel im Leben ist es, die Hochachtung für die eigene Person durch praktische Empathie und kompromisslose Einsicht zu ersetzen.
  4. Wachse über die Erwartungen hinaus, die von anderen oder dir selbst an dich gestellt werden, und schau über das hinaus, was in deinem Leben täglich üblich ist. Sei bereit, bequeme Wahrheiten hinter dir zu lassen, um schließlich zu finden, wonach du suchst – auch wenn das bedeutet, etwas Unangenehmes zu entdecken.
  5. Wir haben einen Instinkt dafür, was richtig und falsch ist, schieben ihn aber beiseite, wenn es unangenehm wird.
  6. Was heute wahr ist, ist nicht unbedingt morgen wahr.
  7. Je stärker wir durch Emotion motiviert sind, desto hartnäckiger geben wir das als Vernunft aus.
  8. Leugnung liegt an der Wurzel allen selbstverschuldeten Leidens und ist unser größtes Hindernis.
  9. Ethische Normen erzeugen wahrscheinlich genausoviel Scheinheiligkeit wie Güte.
  10. An irgendetwas nur deshalb zu glauben, weil es Trost oder Sicherheit bringt, ist gefährlich, vor allem dann, wenn Gewissheit gefordert wird.
  11. Keinem religiös, wissenschaftlich oder akademisch Gläubigen kann man trauen, wenn er nicht über sich selbst lachen kann.
  12. Die Wahrheit respektiert man nur, indem man sie mit Vorsicht genießt.
  13. Das Leben führt nirgendwo hin, bis wir bewusst die Richtung einschlagen, in die es uns führt.
  14. Die Vorstellung, dass wir uns laufend verbessern, entweder durch Technologie oder durch Glauben, ist vielleicht der große Mythos unserer Zeit; das Gezänk über Wissenschaft und Religion ist einfach bedeutungslos.
  15. Die Suche nach Wahrheit hat mehr mit dem Loslassen von Sicherheit zu tun als damit, diese zu finden.

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