Mit.Gefühl beim Essen II
Nichts hindert uns daran, klüger zu werden

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel über Essen gepostet und mich darin für einen moderaten Flexitarismus ausgesprochen, also für eine ausgewogene Mischkost, zu der auch mäßiger Fleischkonsum gehört.

Ich habe meine Meinung geändert und bin zur Veganerin geworden. Mein 14jähriger Enkelsohn Josef hat mich da besonders angeregt. Er hat sich recht umfassend über diverse Pro-und Kontra-Argumente informiert, isst seit etwa einem halben Jahr vegan und arbeitet mit großem Nachdruck daran, sein Umfeld zuhause und in der Schule zu motivieren, seinem Beispiel zu folgen. Für seine skeptischen Eltern hat er Argumente gesammelt, warum das auch in seinem Alter unschädlich sei und er mit einer ausgewogenen Kost auf Pflanzenbasis alle Nährstoffe bekomme, die sein Körper für das Wachstum braucht. Er sucht solide Quellen dafür und bemüht sich um ein möglichst unabhängiges Bild, das auch seine eigenen Erfahrungen einbezieht. Nach seiner Meinung werden in drei Dokumentarfilmen aus den letzten Jahren die Hauptargumente für ein veganes Leben präsentiert.

earthlingsDa ist einmal Earthlings, ein Film von Joaquin Phoenix 1. Dabei geht es darum, dass wir Menschen und alle Tiere, die wir essen, als unterschiedliche, aber gleichberechtigte Wesen die Erde bewohnen und nichts uns das Recht gibt, sie für unsere Zwecke so unbeschreiblich brutal zu behandeln, wie in dem Film an vielen Beispielen gezeigt wird.

Der Film „Forks over Knives“photo2, in dem für eine ausschließlich auf Pflanzen basierende Ernährung eingetreten wird, setzt sich ausführlich mit den gesundheitlichen Auswirkungen der im Westen üblichen „Mischkost“ und deren wahrscheinlichen Auswirkungen auf die Verbreitung zahlreicher Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Arthrose, und einiger Krebsarten auseinander.

Und schließlich der ebenfalls US-amerikanische Dokumentarfilm „Cowspiracy“ 3. Hier geht es ummv5bmtu5nzaymzk1mf5bml5banbnxkftztgwode3njqynte-_v1_ux182_cr00182268_al_ die Belastung der Umwelt durch Massentierhaltung für den menschlichen Verzehr. Es wird argumentiert, dass der Ausstoß von Methangas durch Rinder weit massiver und daher umweltschädlicher sei als jener durch CO2, dass diese Information aber von klassischen Umweltschutzorganisationen möglichst unterdrückt werde, um das Spendenaufkommen für ihre Kampagnen nicht zu gefährden.

Die Argumente dieser drei Filme zusammen haben mich überzeugt. Schaut rein, bildet Euch Eure eigene Meinung!

Evamaria

 

 

 

 

  1. zugänglich in deutscher Sprache auf youtube unter www.earthlings.de
  2. US- amerikanische Website: http://www.forksoverknives.com/ mit näheren Angaben. Der Film ist in der amerikanischen Originalfassung auf netflix zugänglich. Auszüge der deutschen Version „Gabel statt Skalpell“ gibt es auf Youtube, z.B. unter: https://www.youtube.com/watch?v=zHW7nLSOiNI
  3.   http://www.cowspiracy.com/ . Auch diesen Film gibt es in deutscher Sprache auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=HeBM8BcoYgw

7 Gedanken zu „Mit.Gefühl beim Essen II
Nichts hindert uns daran, klüger zu werden“

  1. Hallo Evamaria,

    ich suchte in diesem Blog immer nur Anregung und Inspiration für meinen Buddhismus, und habe sie bis jetzt auch meistens gefunden, wofür ich Dir sehr dankbar bin!
    Als ich jedoch heute reinschaute, war ich enttäuscht, und auch bei der Lektüre Deines letzten Beitrags vermißte ich spezifisch Buddhistisches. Nur das suche ich hier, Anregungen anderer Art finde ich ja auch auf anderen Seiten!! –
    Aber da auch mir das Wohl unserer armen Nutztiere sehr am Herzen liegt, gehe ich nun auf Dein Thema ein:
    Ich finde es wunderbar, daß Dein sensibler, kluger Enkel so denkt und handelt. (Ich hoffe, er ist kräftig und gesund!) Es besteht allerdings die Gefahr, daß er sich irgendwann den Fleischessern moralisch überlegen fühlt, und daß er denkt, schon weil er vegan lebe, sei er ein guter Mensch. Das wäre ein fataler Irrtum, dem engagierte Veganer aber nicht selten unterliegen, nach allem, was ich über sie las. –
    Ich engagiere mich seit einigen Monaten dafür, daß die evangelischen Kirchengemeinden (bin seit fast 4 Jahrzehnten nur passives Mitglied) kein Billigfleisch mehr für ihre Feste und Zusammenkünfte einkaufen, also kein Fleisch mehr von Tieren, die in der industrieellen Massentierhaltung gequält wurden. Ich hoffe, dadurch die Kirchenmitglieder zu motivieren, auch für sich zuhause kein Billigfleisch mehr zu kaufen, und Fleisch öfter durch Soja-Gerichte zu ersetzen. Wenn alle Christen nur noch Fleisch von Tieren aus artgerechter Tierhaltung essen würden, würde das die alternative Landwirtschaft sehr stärken.
    Zumindest etwas mehr Tiere könnten dann eine Zeitlang so einigermaßen gut leben. –
    Vegan leben können nur sehr wenige, auch ich könnte es nicht, ich habe sehr viel Untergewicht.
    Viele Menschen lieben leider Fleisch (ich mache mir wenig daraus, da ich als Kind wegen unserer Armut selten Fleisch aß; körperlich hart Arbeitende brauchen es wohl auch), es ist aus meiner Sicht zwecklos, bei ihnen für die vegane Lebensweise zu werben. Aber man könnte bei ihnen zumindest darum werben, daß sie nur noch Fleisch aus artgerechter Tierhaltung essen, da es gesünder ist, und um Sojaprodukte werben, die gesünder als Fleisch sind und sehr viel billiger. –
    Wir Buddhisten sollten uns auch um die Schlachthöfe kümmern, finde ich, denn leider werden auch artgerecht gehaltene Tiere und Tiere der Bio-Landwirtschaft in unseren normalen Schlachthöfen geschlachtet. Die Tötung könnte man noch sehr viel humaner gestalten. Habe bis jetzt noch keine Initiativen gefunden, die sich dafür engagieren. (Wäre Dir sehr dankbar für Hinweise, falls Du eine solche kennst!)

    1. So etwas wie eine artgerechte Tierhaltung gibt es leider nicht wirklich, da die Tiere im Endeffekt ja trotzdem nur gezüchtet werden um anschließend lang vor ihrem natürlichen Tod geschlachtet zu werden. (bzw wenn man ethisch Tiere beinah mit Menschen gleichstellt umgebracht). Und nein ich fühle mich in keinster Weise irgendwem überlegen 😀 und habe auch durch Einfluss des Buddhismus meinen Horizont erweitert und denke das jeder Mensch sehr viel gutes in sich trägt. Auch wenn ich einige Handlungen von Menschen nicht nachvollziehen kann respektiere ich diese Personen. Außerdem bin ich zu dem Schluss gekommen das auch wenn man es manchmal für gerechtfertigt hält es keinen Sinn hat die anderen Menschen als schlecht darzustellen und der einzige Weg um andere von etwas zu überzeugen Geduld und Freundlichkeit ist. Wie ich gerade unten gelesen habe hast du dein Statement mittlerweile eh etwas geändert. Warum wir nicht für Sachen wie Verzicht auf Billigfleisch werben liegt zumindest bei mir daran ,dass wir erst garnicht nachvollziehen können wieso es überhaupt in Ordnung sein soll seine Mitbewohner zu essen wenn man sich genauso gut gesünder und ohne Tierprodukte ernähren kann. LG Evis Enkel „Josef“. 😀

  2. Am nächsten Morgen überdenke ich kritisch meinen gestrigen Beitrag, und denke nun, es ist doch sehr sinnvoll, in diesem Blog uns nicht nur über unsere buddh. Spiritualität auszutauschen, sondern auch darüber, wie unsere Spiritualität unsere Lebensführung und auch Essgewohnheiten beeinflusst.
    Daß ich enttäuscht war, hätte ich für mich behalten können!

  3. Liebe Evamaria,
    ich finde diesen Beitrag toll. Ich bin selbst seit 6 Monaten Veganerin, nachdem ich vorher 2 Jahre vegetarisch gelebt habe. Ich kenne die von dir beschriebenen Filme, auch mich haben sie damals sehr zum Nachdenken bewegt. Ich weiß nicht, ob Chrisjas Angst, Veganer würden sich durch den Verzicht auf Fleisch allein als besser betrachten, begründet ist. Zumindest in meinem Umfeld kann ich feststellen, dass sich Veganer meist nicht nur mit ihrer Ernährung beschäftigt haben sondern mit dem Leben an sich. Viele kommen zu der Entscheidung, dass jeder Mensch für sich allein entscheiden muss, was gut ist und was nicht, und niemand die Wahrheit für sich gepachtet hat, da sie niemand kennt. Wir können nur versuchen unser Bestes zu geben, wo doch keiner weiß was das Beste ist. Und im Gegensatz zum gängigen Klischee des Veganers, der seinem Konsum den Fleischessern vorhält, um ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen, muss ich immer wieder feststellen, dass Fleischesser eher von sich aus das Gespräch anfangen und versuchen sich zu verteidigen, obwohl ich nicht ein Wort gesagt habe und mir relativ egal ist, was sie für sich entschieden haben was die beste Ernährung ist. Das kommt automatisch, weil sie die Bilder der gequälten Tiere auch kennen. Ich habe also eher das Gefühl, dass sich Fleischesser durch Veganer schlechter fühlen und nicht Veganer sich besser. 😉 Aber ich werde bestimmt nicht anfangen Fleisch zu essen, damit sie in Ruhe neben mir essen können. Veganer sind auf jeden Fall sehr oft (nach meinen Erfahrungen) sehr vielseitig interessiert und wollen das Leben verstehen und fördern. Ich zum Beispiel interessiere mich auch sehr für Astrologie und schaue oft auf http://www.schicksal.com/Horoskope/Horoskop-Jahreshoroskop/Jahreshoroskop-2017 vorbei. Ich möchte gern verstehen, wie nicht nur wir Menschen uns gegenseitig beeinflussen sondern auch Planeten und Sterne in Beziehung zueinander stehen. Ich finde das alles so spannend und bin dankbar für jeden tiefsinnigen Blog und jeden tiefsinnigen Beitrag.
    Danke Evamaria 🙂

    Nana

  4. Hallo Nana,

    vielleicht trifft es ja doch nicht zu, daß Veganer dazu neigen, sich Fleischessern überlegen zu fühlen, wie ich las. –
    Aber was ich sehr schade finde, ist, daß engagierte Veganer nach meiner Erfahrung nur für vegane Ernährung werben, und sich nicht auch dafür engagieren können, daß immer mehr Menschen auf Billigfleisch verzichten, nur noch Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren verzehren, und immer öfter Sojaprodukte als Ersatz für Fleich akzeptieren.
    Die meisten möchten wohl mit der ganzen Viehhaltung nichts mehr zu tun haben, da sie sie als barbarisch verurteilen.
    So können sie leider unseren Nutztieren kaum helfen, sie tragen also kaum zur Verringerung des Leidens unserer Tiere bei, denn die meisten Menschen wollen und können nicht vegan leben.
    Auch um die Schlachthöfe kümmern sie sich nicht.

    1. Inwiefern können die meisten Menschen nicht vegan leben?
      Ich finde die Aussage das Veganer kaum was ändern echt lustig, vielleicht schaust du dir mal cowspiracy an da wirst du die massiven Veränderungen durch Veganismus sehen….. und einige Veganer sind zusätzlich zum einfachen Veganer sein auch Aktivisten wobei sie sich für extrem viel einsetzen nur halt nicht für genau das was du dir spezifisch vorstellst.

  5. Hallo zusammen,

    dass wir Veganer uns überlegen fühlen, kann ich auch nicht bestätigen. Gerade weil wir uns nicht überlegen fühlen, nehmen wir uns nicht das Recht, andere Lebewesen auszubeuten und zu töten.
    Vegan leben schafft man, wenn man denn will, auch mit sehr kleinem Einkommen, meines ist leider aktuell unter HartzV-Niveau und ich schaffe es auch (irgendwie).
    Es ist eine Lebenseinstellung, die weit über Nahrung hinaus geht und sie fühlt sich einfach wunderbar an.
    Herzliche Grüße
    Yvonne

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