{"id":3663,"date":"2015-06-17T11:22:19","date_gmt":"2015-06-17T09:22:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/?p=3663"},"modified":"2019-08-18T14:42:58","modified_gmt":"2019-08-18T12:42:58","slug":"buddha-ueber-das-denken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/?p=3663","title":{"rendered":"Buddha \u00fcber das Denken"},"content":{"rendered":"<p id=\"outerContainer\"><strong>Aus der Dvedhavitakka Sutta<\/strong> <sup class='footnote'><a href='#fn-3663-1' id='fnref-3663-1' onclick='return fdfootnote_show(3663)'>1<\/a><\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/buddha.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3667 alignright\" src=\"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/buddha.jpg\" alt=\"buddha\" width=\"180\" height=\"240\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote>\n<div data-canvas-width=\"560.0400000000001\">Ihr Bhikkhus, vor meinem Erwachen, als ich noch lediglich ein unerleuchteter Bodhisattva war, kam mir in den Sinn: angenommen, ich teile meine Gedanken in zwei Klassen ein. Auf die eine Seite brachte ich dann Gedanken der Sinnesbegierde, Gedanken des \u00dcbelwollens und Gedanken der Grausamkeit und auf die andere Seite brachte ich Gedanken der Entsagung, Gedanken des Wohlwollens und Gedanken der Freundlichkeit.<\/div>\n<\/blockquote>\n<div data-canvas-width=\"560.0400000000001\"><\/div>\n<blockquote>\n<div class=\"textLayer\">W\u00e4hrend ich so umsichtig, eifrig und entschlossen verweilte, erschienen Gedanken der Sinnesbegierde, des \u00dcbelwollens, der Grausamkeit in mir. Ich verstand: Dieser Gedanke der Sinnesbegierde, des \u00dcbelwollens, der Grausamkeit ist in mir entstanden. Dies f\u00fchrt zu meinem eigenen Leid, zum Leid anderer und zum Leid aller Beteiligten; es beeintr\u00e4chtigt Weisheit, verursacht Schwierigkeiten und f\u00fchrt vom Erwachen weg. Als ich erwog: Dies f\u00fchrt zu meinem eigenen Leid, verschwand es; als ich erwog: Dies f\u00fchrt zum Leid anderer, verschwand es; als ich erwog: Dies f\u00fchrt zum Leid aller Beteiligten, verschwand es; als ich erwog: Dies beeintr\u00e4chtigt Weisheit, verursacht Schwierigkeiten, und f\u00fchrt vom Erwachen weg, verschwand es. Wann immer ein Gedanke der Sinnesbegierde, des \u00dcbelwollens, der Grausamkeit in mir erschien, gab ich ihn auf, entfernte ihn, beseitigte ihn.<\/div>\n<div class=\"textLayer\">So wie im letzten Monat der Regenzeit, im Herbst, wenn das Korn heranreift, ein Kuhhirte seine K\u00fche h\u00fcten w\u00fcrde, indem er sie st\u00e4ndig mit einem Stock auf die eine und die andere Seite klopft und stupst, um sie zu z\u00fcgeln und im Zaum zu halten&#8230;<\/div>\n<\/blockquote>\n<div class=\"textLayer\"><\/div>\n<div class=\"textLayer\"><\/div>\n<blockquote>\n<div class=\"textLayer\">W\u00e4hrend ich so umsichtig, eifrig und entschlossen weilte, erschienen Gedanken der Entsagung, des Wohlwollens, der Freundlichkeit in mir. Ich verstand: Dieser Gedanke der Entsagung, des Wohlwollens, der Freundlichkeit ist in mir entstanden. Dies f\u00fchrt nicht zu meinem eigenen Leid, oder zum Leid anderer oder zum Leid aller Beteiligten; es f\u00f6rdert Weisheit, verursacht keine Schwierigkeiten, und f\u00fchrt zum Erwachen hin. Wenn ich \u00fcber diesen Gedanken nachdenke und nachsinne, und sei es sogar eine Nacht lang, sogar einen Tag lang, sogar eine Nacht und einen Tag lang, sehe ich nichts, was davon zu bef\u00fcrchten w\u00e4re. Aber mit \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Nachdenken und Nachsinnen k\u00f6nnte ich meinen K\u00f6rper erm\u00fcden, und wenn der K\u00f6rper erm\u00fcdet ist, wird der Geist \u00fcberanstrengt, und wenn der Geist \u00fcberanstrengt ist, ist er von Konzentration weit entfernt. Also festigte ich meinen Geist innerlich, beruhigte ihn, brachte ihn zur Einheit und konzentrierte ihn. Warum? Weil mein Geist nicht \u00fcberanstrengt werden sollte.<\/div>\n<\/blockquote>\n<div class=\"textLayer\"><\/div>\n<blockquote>\n<div class=\"textLayer\"><\/div>\n<div class=\"textLayer\">Ihr Bhikkhus, wor\u00fcber auch immer ein Bhikkhu h\u00e4ufig nachdenkt und nachsinnt, das wird seine Geistesneigung werden. Wenn er h\u00e4ufig \u00fcber Gedanken der Entsagung nachdenkt und nachsinnt, hat er den Gedanken der Sinnesbegierde aufgegeben, um den Gedanken der Entsagung zu pflegen, und dann neigt sein Geist zu Gedanken der Entsagung. Wenn er h\u00e4ufig \u00fcber Gedanken des Wohlwollens nachdenkt und nachsinnt, hat er den Gedanken des \u00dcbelwollens aufgegeben, um den Gedanken des Wohlwollens zu pflegen, und dann neigt sein Geist zu Gedanken des Wohlwollens. Wenn er h\u00e4ufig \u00fcber Gedanken der Freundlichkeit nachdenkt und nachsinnt, hat er den Gedanken der Grausamkeit aufgegeben, um den Gedanken der Freundlichkeit zu pflegen, und dann neigt sein Geist zu Gedanken der Freundlichkeit. So wie im letzten Monat der hei\u00dfen Jahreszeit, wenn alles Korn in die D\u00f6rfer eingebracht worden ist, ein Kuhhirte seine K\u00fche h\u00fcten w\u00fcrde, w\u00e4hrend er sich am Fu\u00df eines Baums oder im freien Gel\u00e4nde aufh\u00e4lt, da er nur darauf zu achten braucht, dass die K\u00fche anwesend sind; genauso bestand f\u00fcr mich nur die Notwendigkeit, achtsam darauf zu sein, dass jene Geisteszust\u00e4nde anwesend waren.<\/div>\n<\/blockquote>\n<div class=\"textLayer\">\n<p>So k\u00f6nnen wir Einfluss nehmen auf die Gedanken &#8211; aus denen wir Geschichten \u00fcber uns selbst und unseren Ort in der Welt bauen &#8211; sagt Siddharta Gautama. \u00c4hnlich wie im Vergleich mit kundiger Handwerksarbeit, den Stephen Batchelor zitiert <sup class='footnote'><a href='#fn-3663-2' id='fnref-3663-2' onclick='return fdfootnote_show(3663)'>2<\/a><\/sup> spricht der Buddha von der gew\u00f6hnlichen T\u00e4tigkeit eines Hirten. Dabei ist mir der Unterschied zwischen den beiden Metaphern aufgefallen, die er gebraucht. Im ersten Bild ist der Hirte dauernd besch\u00e4ftigt, seine K\u00fche im Zaum zu halten, weil rund um sie das reifende Korn steht; wenn das einmal entfernt ist, braucht er viel weniger Energie und ist freier geworden f\u00fcr anderes.<\/p>\n<\/div>\n<div class='footnotes' id='footnotes-3663'>\n<div class='footnotedivider'><\/div>\n<ol>\n<li id='fn-3663-1'> Palikanon, Majjhima Nikaya 19, 1. Teil. Der 2. Teil, auf den ich in einem sp\u00e4teren Beitrag eingehen m\u00f6chte, behandelt die Jhanas, Zust\u00e4nde besonderer Versenkung jenseits von hilfreichen und sch\u00e4dlichen Gedanken. Von mir gek\u00fcrzte deutsche \u00dcbersetzung, zitiert von: <a href=\"http:\/\/www.palikanon.com\/majjhima\/zumwinkel\/m019z.html\">http:\/\/www.palikanon.com\/majjhima\/zumwinkel\/m019z.html<\/a>, E .G. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3663-1'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-3663-2'> s. sein Beitrag auf diesem Blog \u00fcber das Selbst <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3663-2'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus der Dvedhavitakka Sutta 1 Ihr Bhikkhus, vor meinem Erwachen, als ich noch lediglich ein unerleuchteter Bodhisattva war, kam mir in den Sinn: angenommen, ich teile meine Gedanken in zwei Klassen ein. Auf die eine Seite brachte ich dann Gedanken der Sinnesbegierde, Gedanken des \u00dcbelwollens und Gedanken der Grausamkeit und auf die andere Seite brachte &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/?p=3663\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eBuddha \u00fcber das Denken\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"aside","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0},"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3663"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3663"}],"version-history":[{"count":15,"href":"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3663\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5232,"href":"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3663\/revisions\/5232"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3663"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3663"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3663"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}