{"id":3625,"date":"2015-06-23T14:13:53","date_gmt":"2015-06-23T12:13:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/?p=3625"},"modified":"2020-07-30T10:06:04","modified_gmt":"2020-07-30T08:06:04","slug":"wie-bin-ich-denn-so-oder-doch-vielleicht-anders-wie-unser-selbstbild-unser-leben-beeinflusst-1-teil-von-victor-von-der-heyde-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/?p=3625","title":{"rendered":"Wie bin ich denn? So &#8211; oder doch vielleicht anders? <br\/> Wie unser Selbstbild unser Leben beeinflusst. 1. Teil <br\/>von Victor von der Heyde"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/strichm\u00e4nnchen1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3503 alignright\" src=\"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/strichm\u00e4nnchen1.jpg\" alt=\"strichm\u00e4nnchen1\" width=\"225\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/strichm\u00e4nnchen1.jpg 225w, http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/strichm\u00e4nnchen1-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>&#8222;Glaub nicht alles, was du denkst&#8220;, schreibt David Loy in einem k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Beitrag. Ohne die Geschichten, die wir uns selbst und anderen \u00fcber uns selbst und die Welt erz\u00e4hlen, k\u00f6nnen wir nicht leben. <sup class='footnote'><a href='#fn-3625-1' id='fnref-3625-1' onclick='return fdfootnote_show(3625)'>1<\/a><\/sup> Es k\u00f6nnte aber hilfreich sein, wenn wir uns bewusst machen, dass alle Narrative Konstrukte sind, die auch umgebaut, anders beleuchtet, aus ungewohnten Blickwinkeln gesehen werden k\u00f6nnen. Unsere Geschichten und die Art, wie wir sie erz\u00e4hlen, k\u00f6nnen Dukkha in unserem Leben steigern oder verringern. Dar\u00fcber spricht der australische Dharmalehrer Victor von der Heyde in dieser Rede <sup class='footnote'><a href='#fn-3625-2' id='fnref-3625-2' onclick='return fdfootnote_show(3625)'>2<\/a><\/sup>:<\/p>\n<blockquote><p>Ein Element unserer Praxis ist, dass wir lernen k\u00f6nnen, Situationen und uns selbst anders als bisher zu sehen. Manchmal sind wir einfach festgefahren und sehen uns automatisch auf eine bestimmte Weise. Wir k\u00f6nnten uns doch einmal unseren eigenen Gef\u00fchlen und Reaktionen bewusst und einf\u00fchlsam zuwenden. Vielleicht kennt jemand von euch die folgende Geschichte von Shantideva, dem Mahayana-Lehrer aus dem 8. oder 9. Jahrhundert. Er sagte: Wenn du einen Grobian siehst, der einen Mann mit einem Stock pr\u00fcgelt, wem weist du Schuld zu? Dem Stock? Wahrscheinlich nicht, denn es gibt etwas, was den Stock antreibt. Beschuldigst du den Arm? Nein, denn es gibt etwas, was den Arm antreibt. Nennst du die Person schuldig? Nun, die Person hat viele Eigenschaften &#8211; wie w\u00e4re es, der Wut, die die Person und den Arm antreibt, die Schuld zu geben? Das ist eine neue Sichtweise. So beurteilt man nicht einen ganzen Menschen, sondern eine Eigenschaft, die man dabei bewusst getrennt von der &#8222;Pers\u00f6nlichkeit&#8220; betrachtet. In unserer Praxis k\u00f6nnen wir uns die Idee von unserem &#8222;Selbst&#8220; genauer ansehen: was schreiben wir unserem Ich zu, wie definieren wir uns? Das ist manchmal recht vage und nicht sehr bewusst, wir haben nur eine ungef\u00e4hre Vorstellung und schauen uns das nicht so genau an. Das kann aber hilfreich sein, denn wie wir uns selber sehen, hat oft Auswirkungen darauf, was wir sonst noch wahrnehmen k\u00f6nnen. Ich gebe euch ein paar Beispiele:<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Victor-sm.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-3621 alignright\" src=\"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Victor-sm-300x225.jpg\" alt=\"Victor-sm\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Victor-sm-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.saekularerbuddhismus.org\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Victor-sm.jpg 341w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote><p>Ihr kennt den Begriff der \u00f6kologischen Schulden. Wenn du mehr als deinen fairen Anteil der begrenzten nat\u00fcrlichen Ressourcen verbrauchst, h\u00e4ufst du ein \u00f6kologisches Schuldenkonto an. Die meisten von uns tun das durch ihren Lebensstil. In einer Studie des Londoner Instituts f\u00fcr Psychoanalyse wurde festgestellt, dass Menschen sich damit nicht n\u00e4her besch\u00e4ftigen wollen, weil das ihr Selbstbild, sozial verantwortungsbewusst zu sein, in Frage stellen w\u00fcrde. Das w\u00e4re ein Beispiel daf\u00fcr, wie eine bestimmte Sichtweise auf dich selbst deine Aufnahmef\u00e4higkeit beeinflusst. Ein anderes Beispiel w\u00e4re die Art, wie viele depressive Menschen die Welt und das, was ihnen widerf\u00e4hrt, wahrnehmen. Auch wenn ihnen recht positive Dinge geschehen, k\u00f6nnen sie dies nicht zur Kenntnis nehmen. Auch hier werden durch bestimmte Vorstellungen von sich selbst die M\u00f6glichkeiten beschr\u00e4nkt, etwas anzunehmen und zu integrieren. Noch ein Beispiel: ich kenne einen Mann, der an weit fortgeschrittenem Krebs erkrankt ist. F\u00fcr lange Zeit konnte er &#8211; wie es oft vorkommt &#8211; nicht zur Kenntnis nehmen, dass er sterben wird. Er hat ein Bild von sich als einem Mann, der sich Herausforderungen stellt und entsprechend handelt. Der Gedanke an den eigenen Tod wurde durch dieses Selbstbild blockiert und der Mann brauchte lange, bis er sich der nahenden Realit\u00e4t stellen konnte. Es ist nicht so einfach, ein genaueres Bild von sich selbst zu entwickeln. Wir nehmen es einfach als einen Teil unseres Lebens und k\u00fcmmern uns nicht weiter darum. Dazu kommt: manches an unserem Selbstbild h\u00e4ngt mit dem zusammen, was in unserer Gesellschaft oder Subkultur \u00fcblich ist. Bei uns wird viel Wert darauf gelegt, angenehm und gepflegt zu wohnen &#8211; es kann sich auf dein Selbstbild auswirken, wenn du nicht in einem solchen Heim lebst. Oder: in unserer Gesellschaft werden Paarbeziehungen sehr wichtig genommen &#8211; wenn du andere Akzente setzt, etwa auf die Natur oder die Gemeinschaft, kann dein Selbstbild davon beeinflusst werden, dass f\u00fcr viele Menschen in deiner Umgebung Zweier-Partnerschaften unabdingbar sind, damit sie sich als gl\u00fcckliche oder erfolgreiche Person sehen k\u00f6nnen. Die Frage w\u00e4re also: wie bekommen wir ein Gef\u00fchl f\u00fcr unser Bild von uns selbst? Der erste Schritt k\u00f6nnte sein, es st\u00e4rker in unser Bewusstsein zu heben, und zwar eher durch Formen von Kontemplation als durch meditative Praxis im engeren Sinn.<\/p><\/blockquote>\n<p>Im n\u00e4chsten Teil dieser \u00dcbersetzung, der demn\u00e4chst folgt, gibt Victor ein paar konkrete Vorschl\u00e4ge, wie wir lernen k\u00f6nnen, unser Selbstbild deutlicher werden zu lassen und es zu beeinflussen.<\/p>\n<div class='footnotes' id='footnotes-3625'>\n<div class='footnotedivider'><\/div>\n<ol>\n<li id='fn-3625-1'> Stephen Batchelor stellt seinen &#8222;Confessions of a Buddhist Atheist&#8220; ein Zitat des deutschen Filmemachers Wim Wenders voran: &#8222;Stories are impossible, but it\u2019s impossible to live without them. That\u2019s the mess I\u2019m in&#8220;. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3625-1'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-3625-2'> N\u00e4heres \u00fcber von der Heyde und die Originalaufnahme mit dem Titel: &#8222;Honouring our empty Selves&#8220; unter: <a href=\"http:\/\/www.dharma.org.au\/v\/\">www.dharma.org.au\/v\/<\/a> . Mit Zustimmung des Autors leicht gek\u00fcrzte \u00dcbersetzung von Evamaria Glatz <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3625-2'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Glaub nicht alles, was du denkst&#8220;, schreibt David Loy in einem k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Beitrag. 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